Velours oder Glattleder: Welche Brandsohle passt besser zu Ihnen? Unser Handwerker erklärt die Unterschiede aus seiner täglichen Erfahrung und zeigt, worauf es im Gebrauch wirklich ankommt.
Wenn wir über unsere Hauptprodukte, die Riemchensandalen und Slipper, sprechen, ist die Brandsohle eines der wichtigsten Bestandteile. Die Brandsohle ist der Teil, der direkt mit der Fußsohle in Kontakt kommt und gleichzeitig strapazierfähig sein muss.
In unserer Sandalenwerkstatt verwenden wir dafür seit der Begründung pflanzlich gegerbtes Vollnarbenleder. Ab 2024 bieten wir jedoch als neue Variante eine Linie an, bei der wir bewusst die Innenseite von pflanzlich gegerbtem Vollnarbenleder verwenden, das in Eichenrinden-Gruben gegerbt wurde und eine besonders hohe Strapazierfähigkeit aufweist. Natürlich gibt es Kunden, die die Glattseite des Vollnarbenleders bevorzugen, doch derzeit bestellt etwa die Hälfte der Kunden die Velours-Version.
Hier werden wir diese beiden Materialien hinsichtlich ihrer Eigenschaften im Gebrauch miteinander vergleichen
Farbe: Da das mit Eichenrinde gegerbte Leder eine dunklere Tanninfarbe aufweist und bei Velours die Gefahr des Ausbleichens größer ist, haben wir dieses Leder auf zwei Brauntöne beschränkt. Das glatte Leder ist in noch Schwarz, Rot und Rotbraun-Kastanien erhältlich.
Alterungsprozess: Bei beiden Arten entstehen mit der Zeit Trageabdrücke. Bei dunklen Farben zeigt sich dies durch Verblassen durch Abrieb, bei hellen Farben durch eine Verdunkelung der Farbe.
Feuchtigkeitsaufnahme: Veloursleder, das mit Eichenrinde gegerbt wurde, besitzt eine filzartige Oberflächenstruktur und weist eine außerordentlich gute Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit auf. Auch Leder mit Glattseite verfügt über eine gewisse Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit, die jedoch durch langjährigen Gebrauch und das Einreiben von Fett abnehmen kann.
Haltbarkeit: Beide Lederarten sind langlebig und halten langjährigem Gebrauch stand. Bei Leder mit Glattseite können jedoch Risse an der Oberfläche entstehen, wenn das Leder durch Schweiß oder Ähnliches aushärtet. Bei Veloursleder kommt es aufgrund der Faserstruktur nicht zu solchen Rissen an der Oberfläche.
Haptik: Beide Lederarten passen sich mit der Zeit dem Fuß an. Veloursleder ist anfangs rau geschliffen und dadurch rutschfester, wird jedoch mit der Zeit glatter.
Festigkeit: Bei gleicher Dicke und im trockenen Zustand weist das mit Eichenrinde gegerbte Leder eine höhere Formstabilität auf.
Beide Lederarten weisen hervorragende Eigenschaften auf. Für Slipper empfehlen wir jedoch ausschließlich den Velour-Typ. Der Grund dafür ist, dass bei diesem Typ zur Gewichtsreduzierung auf eine Zwischensohle verzichtet wird und daher ein Leder mit möglichst hoher Formstabilität wünschenswert ist. Außerdem bietet die rutschfeste Oberfläche einen besseren Tragekomfort.
Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen bei der Auswahl treffen.